Das EVENTERTAIN-Team beim VfB Friedrichshafen
 

Kommentator, Moderator, Pausenclown

Sven Rautenberg, Michael Wippermann und Frank Zender: Hallensprecher des VfB Friedrichshafen
Südkurier 16.01.2003, Benjamin Witte

Volleyball: Eine Stunde vor der dem zweiten Heimspiel des VfB Friedrichshafen in der Champions League. Während sich die Spieler auf dem Feld langsam warm machen, tönt im Hintergrund der Superhit "Ketchup-Song" von Las Ketchup aus den Boxen und Hallensprecher Sven Rautenberg animiert das Publikum mit frechen Sprüchen zum Mitmachen. "Alle nehmen jetzt ihre Hände aus den Hosentaschen und klatschen kräftig", hallt seine Stimme durch die Messehalle. Zwar ist die noch nicht einmal halb gefüllt, doch langsam kommt in der rund 3500 Zuschauer fassenden Arena Champions-League-Atmosphäre auf.

Für Sven Rautenberg, Michael "Mickey" Wippermann und Frank "Franky" Zender wird es jetzt Ernst. Ihre Aufgabe ist es in den nächsten 60 Minuten, das Publikum zu unterhalten und auf das Spiel einzustimmen. "Als Hallensprecher ist man ein bisschen Kommentator, Moderator und Pausenclown. Man muss den Leuten auf der einen Seite die Grundzüge des Spiels erklären, aber man soll nicht die Aufgaben eines TV-Kommentators übernehmen", erklärt Sven Rautenberg, der auch bei dem American Football Team der Ravensburg Razorbacks als Stadionsprecher tätig ist.

Nicht nur vor dem Spiel sondern auch während der Begegnung sind die Stimmungsmacher im Einsatz. Mit der La-Ola oder mit Anfeuerungsrufen unterstützen sie den VfB. "Vor allem wenn die Mannschaft zurückliegt und die Stimmung am Boden ist, dann sind wir gefragt. Wir müssen dafür sorgen, dass sich das Publikum aufrafft und das Team unterstützt. Es heißt ja nicht umsonst, die Zuschauer sind der siebte Mann", sagt Michael "Mickey" Wippermann, der im Sommer als Animateur tätig ist. "Es ist wichtig, auf das Publikum einzugehen. Den Leuten Freude und Spaß vermitteln. Das ist, was einen guten Hallensprecher ausmacht."

Während Sven und Mickey auch mal einen Ausflug auf die Ränge machen, bleibt Frank Zender immer an seinem Mischpult und hält die Regler fest im Griff. Seine Aufgabe ist es für die richtige Musikauswahl und für die Beschallung zu sorgen. Vor allem für die Musikauswahl vor dem Spiel nimmt sich "Franky" sehr viel Zeit. "Klassiker und Oldies wie "Eye of the tiger" oder "Rama Lama Ding-Dong" von Rocky Sharpe sind immer mit dabei. Aber auch aktuelle Hits habe ich in meinen Koffer."

Aber auch nach dem Spiel ist für Sven, Franky und Mickey noch nicht Schluss. Meist stehen noch Gewinnspiele oder das Verschenken von Give-Aways auf dem Programm und die Moderation der Pressekonferenzen.

"Das größte Lob ist es, wenn die Leute einen schönen Abend hatten und nach dem Spiel nicht gleich aus der Halle rennen. Wenn sie noch den Spielern applaudieren und so richtig aus sich heraus gehen", erklären die Drei einstimmig.

Dass die drei für Stimmung und auch für Gänsehaut-Feeling sorgen können, hat sich inzwischen in ganz Volleyball-Deutschland herumgesprochen. So sorgten Mickey, Sven und Franky bei der Damen-WM im vergangenen Jahr in der Stuttgarter Hans-Martin-Schleyer-Halle für Heiterkeit und Aktion. "Das war bisher das Highlight. Sogar die Bild-Zeitung hat zwei Seiten der Stimmung in der Halle gewidmet. Ich glaube, das sagt alles", freut sich Fank Zender über den Erfolg des Trios in der Schwabenmetropole. Lob gab es auch vom Weltverband FIVB und dem Deutschen Volleyball Verband.

Für die drei Häfler war Stuttgart allerdings nur der Anfang der Karriere als internationale Hallensprecher. So werden sie auch bei den Weltliga-Spielen der Deutschen Herren-Nationalmannschaft in München am Mikrofon sein und mit ihren Sprüchen und Animation die Olympiahalle in einen Hexenkessel verwandeln. Selbst für die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen sind die drei Stimmungskanonen im Gespräch. Doch bis in Athen das Feuer brennt, sorgen die drei weiterhin am Bodensee für heiße Atmosphäre. 

 

Auch Wischen will gelernt sein (von Gunthild Schulte, Pressesprecherin des VfB)

FRIEDRICHSHAFEN (gus) - Mickey Wippermann, seines Zeichens Hallenmoderator beim VfB Friedrichshafen, hatte eingeladen - und fast 20 Volleyball-Mädels waren gekommen. Nicht zum Volleyball-, sondern zum Ballmädchen-Training. Sozusagen ein Einführungskurs für die C2- und D-Jugendspielerinnen.
Ballmädchen oder -junge zu sein, ist eine vielfältige Aufgabe und nicht immer ganz unkompliziert. Das fängt schon beim Einlaufen in die Halle an. Immer schön gleichmäßig, damit man dem Vordermann nicht in die Haxen tritt. Und dann: Gleichzeitig Verbeugen, ins Publikum winken, kurz innehalten und locker zum "Arbeitsplatz" laufen.


Von Arbeit kann allerdings keine Rede sein. Die Mädchen machen ihren Job, bei denen sie hautnah an den Profis dran sind, gern und sind mit Spaß bei der Sache. Kein Wunder also, dass es beim Training viel Gekicher gibt. Beim richtigen Spiel kann das ganz anders aussehen. Wenn 1000 Augenpaare auf die zehn Ballmädchen gerichtet sind, ist die Lockerheit oft wie weggefegt. 
A Propos Fegen oder besser gesagt Wischen. Das ist neben dem eigentlichen Bälle rollen, für das 6 Mädchen oder -jungen vorgesehen sind, eine wichtige Aufgabe am Rande. Denn Volleyball ist eine schweißtreibende Angelegenheit. Tropft der Schweiß auf den Boden, besteht für die Spieler akute Rutsch- und damit Verletzungsgefahr. 
Landet ein Ball im Aus, muss dem Aufschläger ein neuer zugeworfen werden. "Lasst den Ball einmal aufticken, dann trefft ihr den Spieler besser", gibt Mickey den Mädchen immer wieder Tipps. Als Moderator bei der Frauen-WM haben er, Sven Rautenberg und Frank Zender einiges gelernt, was sie jetzt in Friedrichshafen nutzen können. Mal sehen, was sie sich bei den Spielen noch alles einfallen lassen werden.